Drugchecking


Drug Checking meint die Analyse von illegalen Substanzen auf ihre Inhaltsstoffe und Beimengungen. Die Substanzen werden auf ihren Wirkstoffgehalt und auf die zusätzlich gesundheitsgefährdenden Verunreinigungen und Streckmittel untersucht. Es ist demnach eine Qualitätskontrolle, die Notfälle oder sogar Todesfälle durch das Erkennen von unerwünschten und/oder hochdosierten Inhaltsstoffen verhindern und eine bessere Abschätzung des Risikos ermöglichen soll.Neben einer solchen Analyse sollte Drug Checking dem User auch die Möglichkeit eines anonymen Beratungsgesprächs bieten, welches über die vorhandenen Risiken der enthaltenden Stoffe und gegebenenfalls auch der unerwünschten Inhaltsstoffe und deren Begleiterscheinungen aufklärt. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Drug Checkings ist die Veröffentlichung der untersuchten Stofflichkeiten, damit anderen Usern die Gelegenheit gegeben wird sich über die vermeintlichen Inhaltsstoffe informieren zu können, wenn sie selbst nicht die Möglichkeit haben Drug Checking Angebote zu nutzen.

Veröffentlichung der Analyseergebnisse, Ziele und Nutzen des DC


Die Art und Weise der Veröffentlichung darf keine Rückschlüsse auf die Herkunft der Probe zulassen, wie etwa einen bestimmten Dealer. Läßt sich die Bezugsquelle doch rekonstruieren käme die Mitteilung einer Gelegenheit zum unbefugten Érwerb nach §29 Abs.1 Nr.10 BtMG als Straftat in Betracht, ebenso Werbung für Betäubungsmittel gemäß §29 Abs.1 Nr.8 BtMG und Beihilfe zum Drogenhandel bzw. -erwerb gemäß § 29 Abs.1 Nr.1 BtMG i. V. m. §27 StGB. Auch darf die Veröffentlichung keine Verleitung zum Gebrauch von Betäubungsmitteln sein, da sonst auch der §29 Abs.1 Nr.10 BtMG anwendbar ist. Auch ein Haftungsausschluss für Folgeschäden, um sich zivilrechtlich abzusichern, sollte zu den Ergebnissen ausgehängt werden.
Ziele von Drug Checking

  • Das Erreichen des Partypublikums mit präventiven Botschaften hinsichtlich des Drogenkonsums

  • Das Warnen der Konsumenten vor gefährlichen Pillen

  • Die Verbreitung von Safer-Use-Regeln

  • Die Kurzberatung und Vermittlung an lokale Beratungsstellen

  • Die Substanzanalyse und Dokumentation der auf dem illegalen Markt vorhandenen Drogen

  • Die Gestaltung von zielgruppenspezifischen Präventionsmaßnahmen



Der Nutzen für die Drogenforschung (Monitoring)



  • Erkenntnisgewinne über die auf dem Markt vorhandenen Substanzen

  • Früherkennung gefährlicher Stoffe und Substanzmischungen

  • Einführung eines Frühwarnsystems bzw. –netzes

  • Konzeptionierung und Umsetzung zielgruppenspezifischer Maßnahmen und

  • kontextangemessener Angebote der Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung



Fördert Drugchecking die Konsumbereitschafft:


Es konnte festgestellt werden (vgl. Schroers 2001, S. 148; Safe House Campain), dass:

  • tests keinen ermunternden Effekt aufweisen mehr Drogen zu konsumieren

  • auf Parties mit Testangeboten nicht mehr konsumiert wird als ohne Testangebot

  • die meisten Pillen im Vorfeld einer Party gekauft werden, demnach die Konsummotivation schon vorher besteht und nicht auf Inanspruchnahme eines Testangebots beruht

  • der Konsum sicherer wurde und die Konsumenten vorsichtiger

  • schlechte Pillen zu einem Konsumverzicht oder der Rückgabe an den Dealer führen



Eine gute und ausführliche Konzeptionierung für Drug Checking in der Bundesrepublik Deutschland ist erstellt worden vom Techno- Netzwerk Berlin für das Bundesministerium für Gesundheit.
Pillen werden häufig nachgepresst werden und die Inhaltsstoffe sind dann nicht mehr identisch mit den getesteten, d.h.ist es eher unwahrscheinlich ist, dass die Pille über die Du Dich möglicherweise informieren möchtest mit der übereinstimmt die Du in einer Datenbank findest.
Drug Checking Resultate und weitere Infos findest Du unter den folgenden Adressen:

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